Oktober 2007

Monthly Archive

boxenstopp

Posted by on 31 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Also bin ich nun in Goa. Wer haette das gedacht, nachdem ich so lange in Bangalore alle Zeit vertroedelt hab. Aber nun bin ich wieder in der weiten Welt.

Schon die Reise hierher war ein Abenteuer, fliegende Ziegelsteine die sich mit einer Seitenscheibe vom Bus anlegen mussten (die Scheibe hat leider verloren) und dann haette ich etwas spaeter die Cabrio/Version des Buss auch noch fast an ner Raststaette verpasst. War aber auch zu spannend mit Indern ueber Feeling B zu labern. Was erwarten die auch wenn die mich nach Rammstein fragen?

Nun, nach sportlichen Hoechstleistungen, der Bus ist so schnell nicht weggekommen, eine angenehm ruhige Nachtfahrt nach Goa und gegen 16Uhr das erste mal wieder baden. Was auch noetig war, den Hippie in mir hat man nicht nur gesehen sondern auch meilenweit gerochen. Es ist super heiss hier! Oft. Und vor allem schwuel.

Dummerweise gibts am Strand noch keine Sonnenschutzdinger, Beach-Shaks, die mussten diesmal ewig auf ne Genehmigung warten. Gerade erteilt, werden nun grad die Basteleien begonnen, und so schoen ein leerer Strand ist, es ist auch nicht zu verachten ein Sonnendach und nen coolen Drink dazu zu haben. Jaja, ich weiss, ich wil wieder mal alles. Und sogar noch mehr: ich haett naemlich gern ein Bier am Strand. Was grad auch nicht geht, weil dry-day ist. Diesmaliger Anlss ist die Wahl in Sued-Goa, dafuer gibt ganze drei Tage nichts zu trinken. Zumindest nicht so einfach, naja, wenns nun mal der einzige weg ist dass die Leute mit Bedacht iohr Kreuzchen machen, aber ich weiss ja nicht…

Und, nochwas zu bmerken, die Flut steht grad ziemlich schlecht. Nachmittags, also wenn man etwas Abkuehlung gebrauchen koennte und warmes Wasser ja auch nicht schlecht ist, sind die Wellen unausstehlich hoch, das macht zwar ne Weile Spass aber auf dauer ist das nix. Lasst euch das agen, und seid schoen neidisch!

Neidisch koennt ihr auch auf meine Bekanntschaften mit lokalen Mecanikern sein. gestern das Bike das erste mal geholt, festegestellt das die Gaenge anders rum sind als wie (!) ich in Erinerung hatte, nun, heut frueh etwa ne stunde in der Hitze die Kiste angetreten, bis ich auf die geniale Idee gekommen bin mal den Shoke-Hebel zu druecken, ihr merkt schon, irgendwie muss ich mich erst wieder dran gewoehnen. Weil mein liebes Bike auch noch Oel aus den vorderen Stossdaempfern geweint ht, durftes heut auch noch mal zum Mechaniker. Aber morgen muss es wieder ohne klar kommen, is ja auch alt genug.

Wenn das klappt und ich auch noch wie abgesprochen ne Versicherung fuer die Kiste (brauch ich ne Kopie der Zulassung und nen Bleistift-Rubbel-Abdruck der Rahmennummer fuer) bekomme, gehts dann aber auch los, Richtung Sueden an der Kueste entlang und entweder bei Gokarna anhalten oder gleich weiter bis zu den Jog Falls, so der Plan. Aber es wird schon wieder alles indisch anders werden.

busy busy busy

Posted by on 22 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Ja was soll nur aus mir werden? Statt Urlaub in der Sonne zu machen bin ich busy im Regen. Seit nun schon mehr als ner Woche, mannohmann.

Zuerst wars ja nur ein Projektantrag, der musste fertig werden. Wenn die MacArthur Foundation der University of California die gemeinsam mit Dinesh ausgeklügelte Innovation innovativ finden, gibs vielleicht nächstes Jahr die Möglichkeit ein Funknetz aufzubauen. Mal schauen, aber die Arbeit wars wert. Obwohl ich einen Tag vor Einreichung fast das Handtuch geschmissen hätte, hatte echt keine Lust mehr auf Anträge und damit verbundene Hoffenungen. Ist irgenwie wie Lotto spielen, für diejenigen die Zeit aber kein Geld haben.

Nunja, Montag damit fertig, musste es natürlich weitergehen. Donnerstag war Pecha Kucha Night, und ich war eingeladen nen Vortrag über wasauchimmer (also hab ich Community WLAN-Netzwerke gewählt) zu halten. Pecha Kucha, 20 Folien für je 20 Sekunden (Vorsicht, 2,5MB Powerpoint, gibt auch ne langweilige 1MB pdf) zeigen und dazu nen Vortrag halten. Macht 6 Minuten und 40 Sekunden. Und was so kurz und einfach klingt ist in der Praxis gar nicht so leicht zu machen. Keine Zeit den Faden zu verlieren. Ist (bestimmt) fast wie Schauspielen, wo man den Text vorher auswendig lernen muss. Fast. Und auch nur, wenn man das Motto ernst nimmt.

Was ausser mir natürlich keiner gemacht hat, waren spannende andere Themen wie Biotoiletten, Freie Software oder Kontext und Errinnerung, aber nicht ein Vortrag hat das spannende Format von 20x20sek eingehalten, sondern alle waren nur einfach recht kurz. Zehn Minuten etwa. Bin ich zu deutsch? Meine Ausrede is, das ich ja gerade die Idee der 20 Sekunden je Folie so spannend fand, aber hilft da ne Ausrede?

Nunja, viel Zeit hatte ich nich, drüber nachzudenken, denn seit Freitag gings weiter. Ne Präsentation für die FOSS Konferenz vorbereiten, über Freie Software und Community WLAN Netze. Nun, ist doch noch ne Menge Arbeit geworden, soll ja auch was bringen. Und dafür musste dies und das nochmal ausgetestet werden, und dabei gibts ja so viele spannende Möglichkeiten den Pfad zu verlieren. Ich kann nur sagen, Kamikaze 7.09 ist mehrfach compiliert und B.A.T.M.A.N. läuft nun auch in meinem bangalore.freifunk.net.

Sonst war am Wochenende mal wieder ein Festival, Dasara. Rama hat Ravena besiegt, Sita befreit und, weil die Sieger ja immer die Guten sind, das Böse besiegt. Grund genug zu feiern, und das zehn Tage lang. Zwischendurch natürlich auch immer noch Umzüge von denen, die den Geburtstag Ganeshas nen Monat lang feiern. Sonntag dann, am zehnten Tag der Feierei, ehrt man die Dinge des alltäglichen Lebens. Die Taxifahrer schmücken ihre Taxis mit Palmenblättern, Baustellenfahrzeuge werden genauswo geschmückt wie Schrottautos beim Autobastler, Computer bei den Hackern und vermutlich Geldscheine bei den Bankern.

Und ich, ich bleib zu Hause, beschäftigt, ohne Respekt vor den Kulturereignissen. Nun, Lalu ist in Kanada und Dinesh ist mit Vidy ab in den Norden Indiens, da hätt ich eh alleine los gemußt, war mir nich danach. Und je eher ich die Präsentation fertig hab, je eher kann ich los nach Goa. Der Mechaniker, mit dem hab ich schon telefoniert, macht das Motorrad fertig. Und dann muss nur noch der tägliche Regen aufhören und alles wird gut.

GlobeTrotter EDGE on Linux

Posted by on 13 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Going to use GPRS in India to be connected at most places with my own machine, I selected the Airtel offer. You get a PCMCIA card GlobeTrotter EDGE ML2132C2 and a time-independent tariff. If you don’t use more than 500MByte per month, you have to pay only 350rp, which is around 7€. And, not to forget, best is you have some Indian who does the deal for you, else its a little more expensive.

Anyway, having the card is only half the game, so how to run a GlobeTrotter EDGE ML2132C2 with Airtel under Linux, especially Debian Etch? Some tips and the required tools can be found at http://www.pharscape.org (see [1]).

first, install the ppp-deamon and the gcom-tool (which is now named as comgt, but debain still uses the old name for the recent version of the tool).

> aptitude update; aptitude install ppp gcom

Then, create a udev rule which creates a symbolic link at /dev/modem and starts some initialisation script if the card is detected at /etc/udev/rules.d/025_gprs.rules.

# udev rules for gprs
# currently only GlobeTrotter EDGE ML2132C2 recognized
# if your card is not detected, just have a look in the system log
# to which ttySx it is bound and call udevinfo to get the right options
# (udevinfo –attribute-walk –name /dev/ttySx)

# GlobeTrotter EDGE ML2132C2
SUBSYSTEM==“tty“, SYSFS{prod_id3}==“ML2132C2″, SYSFS{manf_id}==“0x0314″, SYSFS{card_id}==“0x0007″, SYMLINK=“modem“, RUN+=“/lib/udev/gprs.hotplug.wrapper“

Create the script at /lib/udev/gprs.hotplug.wrapper. This script is called, if the card is detected and it first runs gcom, which initializes the card. After this the pppd is started.

#! /bin/sh
logger $(gcom) && logger $(pon Airtel)

To let the pppd work the right way, you have to create some configuration files for it. First create /etc/ppp/peers/Airtel and insert your mobile Number in the user line near the end of the file.

#!/bin/sh
# Description:
# Serial cable, IrDA, Bluetooth and USB pppd options for GPRS phones.
# See ‚man pppd‘ for detailed option descriptions.# set the device to use
/dev/modem

# Most GPRS phones don’t reply to LCP echo’s
lcp-echo-failure 0
lcp-echo-interval 0

# Debug info from pppd:
# Comment this off, if you don’t need more info
#debug

# Serial port line speed
38400 # the card has problems if you use a speed higher than this

# pppd must not propose any IP address to the peer!
noipdefault

# Add the ppp interface as default route to the IP routing table
defaultroute

# DNS servers from the phone:
# some phones support this, some don’t.
usepeerdns

# The phone is not required to authenticate:
noauth

# Username

user „mobile number“
remotename Airtel
ipparam Airtel

connect „/usr/sbin/chat -v -f /etc/chatscripts/Airtel“

Now create the chatscript at /etc/chatscripts/Airtel and you are done.

ABORT BUSY ABORT ‚NO CARRIER‘ ABORT VOICE ABORT ‚NO DIALTONE‘ ABORT ‚NO DIAL TONE‘ ABORT ‚NO ANSWER‘ ABORT DELAYED
# modeminit
“ ATZ
# ispnumber
OK-AT-OK „ATDT*99***1#“
# ispconnect
CONNECT \d\c
# prelogin

If you are now inserting the card in the pcmcia slot, udev should start the script and automatically connects with the pppd over GPRS. It takes a while, the blinking code of the datacard might give you some hints about the status. After inserting it blinks approximately every second, if it is connected to Airtel the red LED is flashing for a somehow longer time and is starting a nervous double blinking, which should indicate that everything is fine (by the way, who invented the first flashing red LEDs to indicate some no problem state?). This is the time the pppd starts to run, a few seconds later you should be online. If you like more information on what’s going on, have a look in your logfiles.

Hope the description helps somebody, feel free to comment if you have any questions.

the heat is on

Posted by on 12 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Hitze, genau. Das Motto der letzten Tage, ein Ausflug an die Südküste Indiens nach Tamil Nadu gibts grad nur in Kombination mit 36 bis 40 Grad, Mittags, zugegeben. Abends wirds kühl, da macht ein T-Shirt schon Sinn, tagsüber ists nur kulturelle Zwangsadaption. Nun, außer Schweiß ne Menge erlebt, schwer alles zu fassen.

Schon am Anfang der Reise gings mit der Action los. Klassisch indisch zu spät bei Dinesh in Bangalore aufgebrochen, während der Fahrt zum Bahnhof Stau, Zielbahnhof geändert und auch dort zehn Minuten zu spät angekommen. Der Zug hatte allerdings auch Verspätung, wir also auf dem Bahnhof und der Zug grad noch auf Gleis 2. Zwei! Tunnel oder Brücke? Genau, indisch, quer über die Gleise, in der Ferne ein Zug auf Gleis 1, spontaner Sturz zwischen den Gleisen, nix getan, Brille suchen im dunkeln, prima Inder mit guten Augen, ab in Zug und los. Wow. Nächstes mal unbedingt eher, naja, vergesst es.

Tags drauf, also Dienstag, Ankunft in Tarangambadi, Tamil Nadu. Schon gegen 8 unglaubliche Hitze, naja, is eben recht südlich hier. Grund unseres Besuchs ist ein WLAN-Netzwerk an der Küste. Nach dem Tsunami, der hier nicht nur ne Menge Leben gefordert hat, sondern auch die Basis für krasse Umsiedelungen unter dem Label Küstenschutz bot, wurde dieses Netzwerk gemeinsam von ner NGO, die sich um den Neubau von Häusern kümmert und ner Community von Fischern entlang der Küste aufgebaut. 140km, 14 Tower die das Netz bilden. Ne ganze Menge, aber auch nicht mehr. Sauteuer, aber Geld war damals eben da, aber nun wärs eben schön da lokal was draus zu machen, low.cost.

Nun, klingt alles ganz super, allerdings waren die Gespräche weniger ‚wie legen wir jetzt los‘ denn ‚worum gehts hier überhaupt‘-orientiert. Klar, muß auch sein, Dinesh hatte aber genau wie ich den Eindruck dass die Leutchen dort schon im Vorfeld informiert wurden sein sollten, gewesen worden wären, oder so ähnlich, na, war aber eben nich so. Also mal schauen was draus wird, alles offen.

Dann nach Pondycherri, und in Auroville Jason getroffen, der dort an ner Schule arbeitet und ein Treffen mit ner lokalen WLAN-Gruppe angeleiert hat. Zuerst in der Schule viele interessante Leute getroffen, u.a. Mano, mit dem ich Geschichten aus Berlin austauschen konnte. Die Welt ist klein, und so bot sichs an über die Kastanienallee, besonders die 71 (na? genau, Heilsarmee) zu labern und was aus allem geworden is. Allgemein scheint Auroville ein interessantes Plätzchen, so ne Art besetztes Haus, nur in groß. Und die Idee, vielleicht mal ein Plenum mit 170 Leuten zu erleben, hat ja auch was.

Probleme sind im großen wie im kleinen, Veränderungen des Zusammenhalts, Probleme im Diskussionsstil (broken english machts nich besser), aber dennoch scheints irgendwie zu funktionieren. Und der erste Eindruck ist überwältigend, macht Lust auf mehr.

Das WLAN-Meeting war dann auch klasse, dort wird ein Netz mit 6-7 oder wasweissich wievielen zentralen Knoten betrieben, etwa 150/200(?) Nutzer hängen dort per WLan dran. Allerdings nich mit nem Accesspoint, was die Administration schwieriger macht. Aber Accesspoints sind teuer für die Verhältnisse hier, wär nich wirklich ne Option. Probleme, oder besser, Herausforderungen gibs einige, so bricht das Netz bei kräftigem upload regelmässig zusammen. Schwer zu sagen worans liegt, hidden nodes ? Jedenfalls würden die Leutchen sich dort freuen, wenn ich mal für ne Weile vorbei schaue, und, ihr merkt es, ich würd auch gern mal etwas mehr dort reinschnuppern und gibt wohl auch ne Menge zu tun und zu lernen.

Auroville, geplant als eine Vision des friedlichen Zusammenlebens, im nächsten Jahr vierzig, also etwas älter als ich, vielleicht passen wir zusammen? Und momentan merk ich, dass ich Bangalore nicht wirklich vermisse. Indische Städte sind echt wirklich mein Ding, das war ja von Anfang an klar. Ein konkretes Projekt ist (noch) nicht in Sicht, wenns was in Tamil Nadu zu tun gibt ist das gleich hier um die Ecke, also los. Plan update: zurück nach Bangalore, dort noch paar Sachen mit Dinesh machen, dann nach Goa Motorrad holen, und dann in drei/vier Wochen für ne Weile Auroville testen. Und endlich wieder aktiv was machen, WLAN hacken, yeah!

PS: Zwar nicht Motorrad gefahren, dafür Scooter, und baden war ich nun endlich auch. Ganz schön warm das Wasser, ätsch 😉

day of action

Posted by on 07 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Und wieder mal kam alles anders als geplant. Das Wochenende wollt ich eigentlich raus zu nem Kunstevent, weiß selbst nicht genau wo und was, nur dass es hier in der Nähe war und die Leute, bei denen ich eventuell ne Mitfahrgelegenheit gehabt hätte prima waren. Nun, gehabt hätte. Auto war dann doch voll, was mir allerdings ein nicht weniger abwechslungsreiches Wochenende beschert hat.

Früh erstmal Bananen geerntet. Der Baum, der auf dem Nachbargrundstück viel Beton, ner Glasfassade und einigen Polohemden ud Anzügen dahinter weichen musste, trägt nun bei Dinesh Früchte. Die darf man natürlich nicht verkommen lassen, selbst wenns keine deutschen Bananen sind.

Nachmittags zu ner Kundgebung gegen die gewaltsame Niederschlagung der Freiheitsbewegung in Birma/Myanmar gegangen, gestern war schliesslich Global Action Day ([1], [2], [3], [4]). Nix davon gemerkt in D-Land? Nun, in Frankfurt gabs wohl auch ne Demo, aber fällt sicher nich so auf da drüben. Hier gabs ne größere Kundgebung, also etwa 100 Leute. Und es waren keineswegs die üblichen Verdächtigen. Nicht nur weil ich dabei war, war auch gut zu sehen dass bspw. einige Frauen komplett vermummt in ihrer Burka bei krassestem Sonnenschein für die Freiheit in Burma demonstrierten. Interessant, dass dieses für uns so eindeutige Symbol der Unterdrückung der Frauen doch auch unserem Blick verschleiert, dass auch dahinter politisch aktive und bewusst auftretende Frauen verteckt sein können.

Danach ab ins Zentrum Bangalores und gemeinsam mit Vidi und Dinesh massenweise übrig gebliebene Info-Flyer über die Situation in Myanmar verteilt. Da man als Ausländer hier sowieso mehr Aufmerksamkeit erregt, lief das ganz prima, die meisten dachten wohl es gibt ne ‚free trial offer‘, aber gab nur ‚freedom trial offer‘.

Lecker Kaffee geschlürft, dabei künstlerisch aktiv einen Party-Planer bearbeitet und weiter zum elektronischen Bahn-Buchungsbüro, im 23. Stockwerk des höchsten hauses von Bangalore. Was für ein Ausblick auf diese Stadt, schaut euch die Bilder an, herrlich. Nach soviel Eindrücken blieb nur noch den Abend im Koshys, nem Kaffeehaus in der Stadt, mit Diskussionen über die Dialektik der Aufklärung und die Schwierigkeit des sinnvollen, aktiven Handelns in anderen Kulturen ausklingen zu lassen.

Ein herrlicher Tag, genau richtig um heut fleissig an einem Projektantrag weiter zu arbeiten, bevor es morgen Abend dann aber wirklich raus, und zwar an die Ostküste geht.

strike bike

Posted by on 05 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Good news from Germany. Und auch noch aus meiner Heimatregion. An meinem Geburtstag haben die Nordhäuser die Fabrik übernommen, nun klappt die selbstverwaltete Produktion. Schön, solche Neuigkeiten aus Deutschland zu hören. Weiter so, jedes Herz eine revolutionäre Zelle, bis ich wieder komm hat sich hoffentlich einiges drüben geändert! Die Besten Grüße nach Nordhausen, mehr Info gibs unter http://www.strike-bike.de (english info at [1], [2]).

Happy Birthday, Ghandi

Posted by on 02 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Was einem alles passieren kann, wenn man mal aus dem Haus geht, unglaublich. Die letzten Tage fleissig programmiert, hab ich kaum die Welt vor der Tür gesehen. Klar war Zeit für ein Bier, zwei Bier, aber viel mehr is nich passiert. Dann heut, der Geburtstag von Mahatma Ghandi. Erwartet hatte ich die ganze Stadt im Aufruhr, aber war nich im geringsten so. Gar nicht zu vergleichen mit dem Geburtstag von Ganesh, eigentlich alles ruhig.

Na, zumindest am Anfang. Mit Dinesh, Vidi und Lalu auf eine Demonstration gegangen. Einige AktivistInnen wollten die Aufmerksamkeit auf die Probleme der Landbevölkerung richten, schliesslich hatte auch Ghandi immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die Probleme Indiens nur gelöst werden können, wenn man den Fokus auf die Dörfer richtet, wo die meisten der Armen in Indien leben. Ziel der Demo war der Regierungspalast, dort sollte dem Gouvener von Karnataka ein Forderungskatalog übergeben werden.

Wir also mit, erst vor den Palast, dann einfach mit in den Palast geschlichen, Regierungs-Tee getrunken und den Gouvenor besucht. Und noch eingeladen worden, bei einer großen Feierlichkeit, Künstler von hier und da und aus Ostberlin, mit dabei zu sein. So stell ich mir das vor wenn man zu seiner Regierung geht und Forderungen stellt. Genau so! Danke Mahatma.

slowing down

Posted by on 01 Okt 2007 | Tagged as: Allgemein

Also so ist das immer mit den guten Vorsätzen. Kaum sind sie endlich vorgesetzt, werden Wege gesucht um sie zu umgehen. Nun, mit meinen minütlichen Berichten aus Indien hab ich mich ja auch etwas übernommen, zeigt doch die Uhr schon Oktober und wenn ich meine Berichte zähle sind das eher wenige. Hilf nix, ich muss was scheiben, so zumindest die gutenMorgenMotivation, Montag früh in Bangalore.

Ne ganze Woche ist rum, ich hab so in etwa drei Dinge gemacht, die mein Leben bestimmt haben. Ich hab Hugo erwartet und verabschiedet (byebye, ne schöne zeit nun in Kanada), hab versucht mir ein Handy und ne Mobilfunk-Internet-Karte zu besorgen und ich hab programmiert, fleißig. Laaangweilig, werd ihr denken, aber so ist das Leben eben und auch die kleinen Dinge können manchmal einige Unterhaltung bieten. Nicht das ihr denkt dass ich nun schon Telefon hier hab, nun, dauert noch etwas. Zwei Tage von Office zu Office geschlendert, dann irgendwo in der Airtel Hauptverwaltung ne Wartenummer gezogen, wow, welcome to the world of tomorrow. Aber das war ja eigentlich die Welt, vor der ich geflüchtet bin, wie immer hatte ich die Nummer 137, aktuell waren die bei 74. Und es wurde schon langsam dunkel. Nicht mit mir, gedacht, gesagt, und weggegangen.

Apropos world of tomorrow, was geht denn in D-Land ab? Schäuble dreht völlig durch und so langsam werden alle da drüben zu Terroristen. Gestempelt. Ab. Und zu. Manche erwischts, die haben dann eben verloren. Wer etwas Zeit hat und sich nicht vorstellen kann dass wir nun alle Terroristen sind, dem sei Chaosradio 128 empfohlen, Thema Leben mit der Vollüberwachung. Warum mich das überhaupt stört? Hier von Indien aus? Nun, kann halt nich loslassen. Und bin Anfang 2008 ja auch vorübergehend in Deutschland, und dann hab ich ja auch die Ehre alle meine Kommunikationsakte von der Stasi 2.0 protokollieren zu lassen. Vielleicht doch auswandern? immerhin gibs hier noch Ecken ohne Telefon, Internet und Strom. Sollte sicher sein…

Nunja, ich hab Probleme. Werd ihr denken. Und was geht denn hier? Viel. Besonders viel Wasser. Regen. Was dazu führt, dass gerade der Norden von Bihar komplett unter Wasser steht. Millionen Obdachlose, ne ganze Menge Tote, und der Winter kommt bald. Spätestens dann wird den Kindern dort das Lachen vergehen. Und nicht nur denen. Aber, ist eben nicht so Medienkompatibel wie ein Tsunami, wird kaum wahrgenommen, selbst in Indien nich.

Ok, soviel zur Presseschau, ich selbst werd mal sehen dass ich euch bald wieder mit eigenen Erlebnissen unterhalten kann. Vorerst ist alles hier recht computerlastig, ich programmiere mal wieder, meld mich grad als Referent bei FOSS.IN an (mal schauen ob die mich wollen) und bin in der Warteschleife für ein Projektplanungsmeeting zum Ausbau eines WLAN-Netzes an der Ostküste Indiens. Und sobald ich hier fertig mit Programmieren bin, gehts Bierchen trinken mit Lalu und ein Ausflug zu Fireflies ist auch schon geplant.