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troubletechnology

Posted by on 02 Dez 2008 | Tagged as: ... ? ..., Hacking

Ja das passt ja wieder mal – pünktlich zum anstehenden Liftoff geht meinem Rechner ein Licht aus. Das gute alte Thinkpad X31, schaltete letzten Samstag einfach mal das Display ab. Also besser, das backlight fiel aus, und ich stand im Dunkeln. Klar war spätestens nach einigem gesurfe, dass Notebook-Displays meist mit CCFL Röhren beleuchtet werden, und dafür brauchts nen Inverter, der aus der Notebookspannung Hochspannung zaubert. Der dann auch gern kaputt geht.

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Nun, zum Glück gibts ein vernünftiges Hardware-Manual für den X31 im Netz, also Rechner auseinandergebaut und geschaut, was für ein Inverter drin verbaut ist. Dann kreuz und quer nach der Typenbezeichnung ( 91P7315 ) gesucht und schnell noch nen neuen Inverter bestellt. Mit super extra Kosten liefern lassen und nun sitz ich hier in der Warteschleife. Müsste jeden Moment kommen, oder morgen, oder so. Und hoffentlich leuchtet danach wieder alles, ansonsten muss ich noch ne neue Röhre reinbasteln, doch woher bekommen so schnell? Wir werden sehen…

Mit Sicherheit!

Posted by on 25 Nov 2008 | Tagged as: ... ? ..., Zur See

Alles hat nen Anfang (Der Anfang ist das Ende jeden Anfangs – K.S.). So auch meine Verwandlung in einen Seebären. Ohne ne vernünftige Ausbildung ist da nix zu machen, ja darf ich nichtmal nen arbeitenden Fuss auf das Schiff meiner Wahl setzen. Also gabs unter anderem nen dicken Lehrgang zum Seefunk (GMDSS) inklusive Funkzeugnis und ne Ausbildung zur Brandbekämpfung, Seenotrettung und so weiter (Basic Safety).

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Ich durfte lernen was Feststander sind und Beiholtaljen, ahja.

Feststander sind starke Drähte genau bemessener Länge, die zwischen Davitarm und Heißplatte geschäkelt sind, um das Rettungsboot zum Besteigen an die Bordwand heranzuholen. Am Davitarm sind diese Stander mit Kausch und Schäkel befestigt, an der Heißplatte mit einem unter Last lösbaren Patentsliphaken.

Beiholtaljen halten das Rettungsboot an der Bordwand, nachdem die Feststander geslipt worden sind. Sie bestehen aus je zwei Blöcken und dem Läufer. Je ein Block ist an der Bordwand oder am Davitarm befestigt, der andere Block an der Heißplatte vorn und achtern. Der Läufer wird auf einer Klampe belegt, die meistens auf dem Block einer Heißplattenseite befestigt ist. Gurtläufer haben besondere Fiereinrichtungen.

Ahja. Geschäkelt, an der Heißplatte. Hmm. Belegt, auf einer Klampe. Tja. Wie man merkt, ne Menge zu lernen, aber gerade beim Sicherheitstraining auch erste praktische Kontaktaufnahme mit der Seemanns(!)kultur. Zwischen gewöhnungsbedürftig, abschreckend und interessant, irgendwo.

comic totes meer #179

Wird sich bald zeigen, wie die Realität an Bord ist, schliesslich sind nun die Vorbereitungen zu Ende. Und, ‘Das Ende ist der Anfang jeden Endes’ (auch K.S.).

Too hot to handle

Posted by on 05 Mai 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

… sagt die Werbung in einem Schaufenster. Ich stehe davor und schwitze aus allen Poren. Mumbai, 37 Grad und 75% Luftfeuchte, was soll denn sowas? Selbst im Guest House, unterm Ventilator ist es kaum auszuhalten. Das ist also Mumbai, Bombay, der letzte Stop auf meiner Indientour.

Vorher gabs einige Tage Puna, kein schlechter Platz. Gibt sogar Clubs, die Nachts Mucke haben, Techno, Trance, HipHop, Hardrock. Allerdings haben die auch nen Dresscode, und den erfüllt man nicht wenn man bei Abendhitze knielange (also kurze) Hosen trägt. Aja. Dresscode. Hab ich noch nie erfüllt. Is mein Glauben. Und ich glaub ich will auch gar nich mehr in solche Clubs, wirklich. Die meinen Glauben nich respektieren.

Anyway, es gab ein paar angenehme Tage bei Preeti, witzig genau dort, wo im September alles angefangen hat, zum Ende wieder vorbei zu schauen. Und mich auf Frankreich einzustimmen, jaja, ich war sogar französisch Essen. Fisch mit Weissweinsoße, hmmm. Lecker.

Gestern dann mit nem shared-Taxi nach Mumbai, in Mumbai (Colaba) ein Guest House gefunden und, wie sich dass für ne Weltstadt gehört, für viel Geld endlich mal wieder low Standard bekommen. Aber, ich will nich klagen, es gibt nen Ventilator! Der hilft drinnen. Draussen hilft nix. Aber dennoch rausgewagt, ne interessante Stadt. Britisch, mein Eindruck, etwas wie London, natürlich komplett anders, klar. Und, für indische Städte ist Mumbai leise und sauber. Und es herrscht Ordnung, scheinbar. An roten Ampeln wird gestoppt, es gibt ne Gurtpflicht und Autorikschas sind schon mal gar nich erlaubt in der Stadt. Law and Order, soll das die Zukunft Indiens sein? Ich weiss nich…

Nun, denn, gleich nochmal raus in die Abendhitze, morgen London, Mittwoch Nantes. Europa, ich komme!

Heraus zum 1. Mai!

Posted by on 01 Mai 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

Heraus. Aus Bangalore. Und ab nach Puna. Das ist der Plan, zumindest, die Message das der Flieger Verspätung hat kam schon. Von Puna gehts dann Samstag weiter nach Mumbai, dann Dienstag über London nach Frankreich. Europa. Back again.

Nach meiner Ankunft in Bangalore war ich, wie erwartet, weitgehend damit beschäftigt in geselligen Runden god-bye zu sagen. Zeit war auch, nen echten BollywoodActionFanatasy whatever im Kino zu sehen. Ausserdem Lalu in Whitefield, etwas ausserhalb von Bangalore besucht.

Nebenbei auch noch das Netzwerk von Janastu / Servelots ganz gebastelt und ein Job-Interview mit ner Firma, die überall in Indien auf den Dörfern Internetkioske aufbaut gehabt. Die wollen, wo es sich anbietet, von Satteliten-Links auf WLAN umstellen. Und brauchen mich. Mal schauen, etwas (zu) spät das ganze, aber man weiß ja nie wohin der Wind weht, warten wir’s ab.

Euch allen einen wunderbar revolutionären ersten Mai! Heraus!

Posted by on 23 Apr 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

Ja wenn ihr denkt ich häng immer noch an der beach rum, da habt ihr euch aber getäuscht. Ich mich ja auch, bin ich doch vor zwei Tagen in Varkala aufgebrochen um an der Küste Keralas gen Norden zu fahren. Was ich dann eben auch gemacht habe, nur hat sich irgendwie keine beach mehr finden lassen. Nunja, wenn ich wirklich richtig gesucht hätte.

Für gestern hab ich ne Ausrede, da hab ich mich nämlich verfahren. Also nicht wesentlich, nach mehreren Stunden aufm Bike tut nicht nur das Sitzfleisch mächtig weh, sondern weis der Körper auch, aus welcher Richtung die Sonne kommt. Oder kommen muss, wenn man richtig ist. Also war ich richtig, nur eben nich am Strand, sondern irgendwie im Binnenland unterwegs nach Norden. Ich glaub ja, die haben den Highway verlegt, der sah sowieso verdächtig nach Highway aus. Was einen doch stutzig machen sollte

Nun, heute bin ich etwas weiter. Gefahren. Etwa 200km, das lässt sich leicht merken weil das genau einer Tankfüllung (einmal für 500 Rupies bitte!) entspricht. Jaja, die Kiste schluckt zuviel Sprit, ich weis. Aber 200km weiter heißt auch dass ich grad noch so in Kerala bin, Kasagarod oder so ähnlich heißt die Stadt nebenan.

Problem ist, das hier Stadt ist. Nebenan. Und darum gibts ne Lodge (heißt Lodge hier, im Hotel gibs nur Essen, kein Bett) hier. In Strandnähe gibts keine Lodges, is ja kein Touristrand. Und InderInnen gehen nich so oft an Strand, die bevorzugen Kinos und Tempel – und Touris gibs hier keine. Das hat sich schon in den blinkenden Augen des Lodgemeisters gezeigt, als er mir ein Zimmer vermietet hat.

Nunja, ich hab ein Zimmer. Und kann mich etwas ausruhen. Morgen gehts dann nämlich durch die Berge Richtung Bangalore. Zwei Tage lass ich mir dafür, vielleicht kann ich ja die Zeit nutzen und noch etwas durch die Wälder streifen, is schön hier die Natur. Palmen, Tee, Berge… hoffe mal dass ich nich wieder quer durch ne Mülldeponie fahre, manchmal hat man leider das Gefühl hier, aber ich hab mir schon nen spannenden Weg ausgeguckt.

Und dann in Bangalore Dinesh, Lalu und Vidhy wieder treffen. Wird Zeit…

holy day home

Posted by on 12 Apr 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

Urlaub. Endlich. Beach und Chillout, dazwischen Regen und schwüle Hitze, Sonnenbrand gabs auch mal wieder, herrlich. Nachdem ich nun mehrere Wochen hier am IT-Institut versucht hab, zu reformieren was eigentlich einer Revolution bedarf (und dann natürlich die nicht zu faul war die Revolution anzuzetteln), war es wirklich Zeit mal wieder Luft zu holen.

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Wenn auch nur Touri-Luft, erst bei nem Ausflug nach Kovalam, TouriBeach Nummer 1 hier und dann bei ein paar Tagen in Varkala, TouriBeach Nummer 2 aber keineswegs zu verachten. Beach1 war eigentlich nur nen Tagesbesuch wert, da war ich schon mehrmals und ist eben sehr eigen. Besonders das Hotel Leela, fragt nich wie ich dorhin gekommen bin. Nix mit einäugigen lilabehaarten Aliens, nur überfinanzierte Touristen dort. Aber wenn man hier als Ausländer zufällig mitm Taxi – der Dienstwagen vom Institut, ein alter Ambassador – vorfährt, kommt man eben überall rein, selbst in schicke Hotels.

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Naja, nur für nen Nachmittag, dann letzten Sonntag ab nach Varkala und dort fleissig Beach, Computer und Pubs einander abwechseln lassen. Könnte eigentlich ganz schön sein dort, aber ist eben auch irgendwie outside India. Nur Touristen überall, und die Preise auch entsprechend. Allerdings, es gibt eben auch Dinge wie Drehtabak zu kaufen, was dazu geführt hat dass ich nach mehreren Monaten Nichrauchdasein nun mal wieder drehe. Ansonsten hab ich immer wenn der Regen mich nach drinnen geschickt hat fleissig programmiert, und nun hat mein Softwareprojekt sogar nen Editor, muss nur noch getestet werden.

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CIMG0107Da man ja nich ewig Urlaub machen kann, bin ich letzten Mittwoch zurück nach Trivandrum ans Institut und dort noch Debian auf Sun Maschinen gehackt, musste sein. Heute noch auf ner Linux-Install-Party gewesen, was es nich alles so spontan gibt hier! Dabei die Gelegenheit genutzt von allen hier Abschied zu nehmen, die ich die letzten Wochen im Institut kennengelernt hab – wir sehn uns hoffentlich bald mal wieder.

Und dann auch noch Planungen für das Indien-Arbeits-Urlaubs-Ende gemacht, Anfang Mai gehts nach Frankreich, Mitte Mai nach Deutschland und die letzte Maiwoche bin ich dann endlich wieder in meinem geliebten Rostock. Also heizt schon mal das Ostsee-Wasser an! Sind ja noch paar wochen Zeit, und die werd ich mir nochmal Indien anschauen. Morgen gehts wieder nach Varkala, und dann weiter, langsam aber sicher, zurück nach Bangalore. Also gibts möglicherweise wieder mehr news, aber ganz sicher weniger Photos. Wir werden sehen!

power fluctuations

Posted by on 02 Apr 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

Alles schwankt. Noch etwas, aber nich mehr so doll wie letzte Woche. Freitag. Als ich früh morgens kaum aus dem Haus kam und noch daran glauben wollte, dass es nur der Brummkopf vom Vortagsbier war.

Dinesh hat mich nach Hause geschickt bevor ich wirklich weg war, und mein Körper hat mir die folgenden drei Tage deutlich gemacht dass er gegen so ne richtige Virenattacke nur in aller Ruhe was machen kann.

Es gab: Fieber und Kopfschmerzen und Überkeit, Augenschmerzen und Konzentrationsschwäche, Tabletten, Haferbrei und Comics (keine Computer!), nach drei Tagen Intensivtherapie war dann alles wieder besser. Eindrucksvoll. Und langweilig. Wie eben krank sein so ist. Jedenfalls gehts mir nun so langsam wieder besser und ich kann – und sollte wohl – auch wieder mal was in meinen blog hacken.

CIMG0052Bevor ich mich der langen Langeweile hingegeben habe und tagelangen Umdrehungen der Ventilatoren gelauscht habe, sind natürlich unglaubliche Dinge passiert, dummerweise sind nur wenige davon in meiner Erinnerung geblieben. Aber zum Beispiel der Morgen, an dem sich alle Ameisen der Umgebung an meinem Poweradapter up-hook’ten. Um danach im Rausch der Elektronen ihr Leben zu beenden. Verwirrend.

Weiterhin gab es einen erinnerungswürdigen Abend mit Dinesh am Strand. Unter Palmen, und bei Toddy. Selbstgebranntem Palmwein, es war herrlich. Naja, es gibt ja Gerüchte die meine Verstimmung der letzten Tage auf dieses Experiment mit einheimischen Grundrauschmitteln zurückführen. Ich selbst seh das anders, ich brauch keine Gründe und jedem außer mir nur empfehlen, mal ne Toddy-Bar zu besuchen. Ich hab ja nun schon. :)

CIMG0053Und sonst war mein Motorrad beim Doktor. Das wurde ja auch mal wieder Zeit. War nur anfangs etwas schwierig einen zu finden, aber irgendwann is dann jemand über die Webseite von den Bikenomads gestolpert, wow, endlich mal ein Communty-Wiki mit Informationen. In Indien.

Der Mechaniker hat alles super hingebastelt, und weil ich so stolz auf das war und ja sowieso schon immer mal nen Film drehen wollte (Hr.Schmidt!), gibs also EasyPeasyRider08 ([HQ 319MByte], [LQ 153MByte]) den aktuellen Film von mir. Und klar, da ich die enormen Ansprüche meines künstlerisch gebildeten Publikums kenne, ganz im Dogma-Style (abgesehen vom Filmformat). Und, wenn ihr nicht die Bandbreite habt, kein Problem. Ich kann euch versichern, es ist es nicht wert!

its not fair

Posted by on 23 Mrz 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

CIMG0043Wirklich. Schließlich denkt ihr alle dass hier die absolute Hitze herrscht während ihr mit Handschuhen Ostereier im Schnee sucht. Aber in Wirklichkeit ist hier ein typisch deutscher Sommer angebrochen.

Und das kam so: zuallererst wurde mir wieder und wieder versichert, dass ab März Sommer ist hier in Trivandrum und dann wirklich die Hitze abgeht. Es war vorher schon nicht auszuhalten, ich rechnete mit schmelzenden Plaste-Verkehrsschildern und Eis-essenden Kindern, die in die allgemeine Sommerhysterie mit Sommerferien einzustimmen planten.

Um ehrlich zu sein, die Kinder sind die einzigen, die sich an den Plan gehalten haben. Sie haben Ferien und essen Eis, ab und zu gibts auch Kindergeburtstag.

Hingegen, das Wetter, das ist deutsch. Es regnet. Und regnet. Und macht mal Pause. Und regnet dann wieder. So lässt sch zwar die Temperatur aushalten, aber was zur Hölle will ich mit nem Motorrad wenns hier ständig regnet? Wie soll ich am Strand rumliegen und Cocktails trinkend Netzwerke administrieren? Das hatte ich mir anders vorgestellt, wirklich.

Nun, nachdem ich letze Woche auf ner Technoparty war – jaja, waren etwa vierzig Männer und vier Frauen anwesend, dazu zwei Uniformte Wachschützer und zehn Kellner. Das ganze aufm Hoteldach, naja, ich hab getanzt, bis ich aufm Heimweg – um 11pm war ordnungsgemäss Feierabend – wieder nassgeregnet wurde.

CIMG0017 Aber nun bin ich vom Weg abgekommen, wollt doch eigentlich schreiben dass ich hier kaum noch raus komm und eigentlich die Momente im Freien zählen kann. Letzten Sonntag kurz hier in die Nähe nach Villapilshaala gefahren, Sughata aus Bangalore war hier in ner Ajurvedischen Klinik. Und zufälligerweise waren dort ne Menge Bauten von Laurie Baker, eindrucksvoll. Und auch super, mal ne Weile mit Sughata zu labern… Klar kannten mich die Leute aus der Zeitung vom Vortag :)

Dann die Woche mal wieder mit Sitzungen, Meetings, Sessions und Diskussionen verbracht. Das Netzwerk, zu dem ich hier mal als IT-Consultant (!) meinen Kommentar abgeben soll, is wirklich in nem krassen Zustand. Anspruch und Wirklichkeit treffen in einer mit blossem Auge zu sehenden Supernova aufeinander. Dinge wie bla oder blubb bestimmen dann die Abende, nicht wirlich indisch, zugegeben.

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Und wenn dann mal ein echtes Festival von großem Unterhaltungswert geboten wird, dann findet das natürlich nicht in Kerala statt. Holi, das Frühlingsfest, wo sich alle gegenseitig mit Farbe beschmeißen, gibts überall sonst, nur nich hier. Na, hoffentlich gibts morgen wenigstens bunte Ostereier, wär aj auch ein bunter Frühlingsevent. Ich werd auf jeden Fall alles absuchen und hier berichten.

Mission connectivity

Posted by on 15 Mrz 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

… die Tage rennen dahin, und ich merke manchmal gar nicht wie viel sich bewegt.

Zuerst, und diese news ist nun auch schon nicht mehr new, eine traurige Nachricht die mich aus Deutschland erreichte. Joseph Weizenbaum ist vor anderthalb Wochen gestorben – einer derjenigen Informatiker, die mit ihrem Wirken ganz entscheidend meine persönliche Entwicklung geprägt haben. Nachdem während meines Informatikstudiums mehr und mehr Zweifel an der Perfektion einer schönen neuen IT-Welt aufkamen, war er es, der deutlich machte, dass Kompetenz Grundlage für Kritik sein kann und muss. Mehrmals hatte ich die Gelegenheit, Weizenbaum selbst in Deutschland zu erleben und seine unterhaltsame Art, politisch eindeutig Position zu beziehen, schätzen gelernt. Er hat sein Leben seinen Idealen gewidmet, und das war gut so.

CIMG0010Doch zurück nach Indien, wo – wie woanders wohl auch – Menschen mit Idealen für alles mögliche missbraucht werden. Neulich, auf dem Weg zum Institut wo ich grad versuch das Netzwerk zu reaktivieren, warb Ghandi für Elite-Gärten. Was er wohl denken würde wenn er das sehen könnte? Vermutlich hätte er ein Copyright auf sein Bild machen lassen und wenigstens kräftig Kohle gemacht. Oder auch nicht, wer weiss. Großartig, jedenfalls.

CIMG0016Großartig, und diesmal wirklich und ehrlich, war mein letzter Presse-Auftritt. Kam neulich ne email mit ner anfrage ob ich nich ein Interview für die Wochenendbeilage von ‘Hindu’ geben kann. Wenn sich Pressefritzen melden werd ich natürlich skeptisch, aber die Zeitung ist gut, wohl die brauchbarste Tageszeitung hier, also zugesagt.

Dann mit Vishnu getroffen der von Gopal – den ich neulich in Delhi getroffen hatte – über mich erfahren hatte. Netzwerke. Funktionieren. Und, Vishnu ist ein angenehmer Zeitgenosse. Er studiert Elektro-Engineering und schreibt nebenbei für die Zeitung, um später mal nachweisen zu können das er mehr als Elektrobasteln kann. Und gut hat er das gemacht, wow. Okok, ein paar kleine Details kommen nicht hin, aber was solls. Und wieso hab ich eigentlich ne skurrile Brille?

the missing link

Posted by on 02 Mrz 2008 | Tagged as: ... ? ..., India 07+

Es muss ja mal gesagt werden. ich bin Atheist. Langweilig, nichts besonderes. Eigentlich.

Aber in indischen Bahnen ist das schon was besonderes. In indischen Bahnen, also in denen, in denen ich mich bewegt habe. Zwei Tage lang, wie lächerlich verglichen mit einer Fahrt von Moskau nach Sibirien. und auch überraschend anders.

Während ich mich noch gut an den Alkoholkonsum und die absolute Geschäftigkeit der mitreisenden Russen vor zehn/zwölf Jahren erinner, und während ich mir wenigstens die Geschäftigkeit genauso vorgestellt hatte, gabs nix dergleichen.

Nun, ich erinner mich noch, wie russische Omas fünf Tage lang Socken stricken und verkaufen, bis der halbe Zug Omis Socken trägt. Und wie Mitten in der Nacht – das war im Zug nach Usbekistan – der große Deal geschlossen wurde und mindestens zwei Tonnen Zuckermelonen aus dem Zugabteil geladen worden, nunja, wenns der Markt will…

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Nicht dagegen in Indien. Hier herrscht Ordnung im Zug, ab und zu kommen Leute vorbei, die was verkaufen wollen, aber eigentlich hat die indische Mitropa alles im Griff. Es gibt essen nach Bestellung Mittags und Abends. Kaffee und Tee sowie Snacks immer zwischendurch. Und, wie sich das in Indien gehört, keine Mülleimer. Also, so durfte ich lernen, raus aus dem Fenster. Alles, was so übrig bleibt. (Wie machen die das eigentlich in der AC class?)

Das ist sie also, die Schule der Nation. Tatsächlich habe ich mich einmal schlechten Gewissens überreden lassen, das Aluminium-Plastik-Gemisch in Madhya Pradesh zu hinterlassen – danach war ich der einzige, der einen Müllbeutel benutzt hat. Aus deutscher Produktion, weiss gar nicht ob die sowas hier herstellen… Nun, der Tourist hat sich eben geoutet.

Und nochwas besonderes. Nein, nicht die Hitze, ich könnte darüber schreiben, aber das ist nix besonderes. Besonders war hingegen die Mischung der Religionen, direkt nebeneinander. Muslime, die in regelmässigen Intervallen den Kompass herausholen und Mekka suchen, Hindus, die ich nicht erkannt habe in meiner Nähe und Christen, die ein Abendgebet an ihrer Pritsche machen, bevor der Schlaf beginnt. Und alle nehmen aufeinander Rücksicht, wie das halt nötig ist auf so engem Raum. Wunderbar.

Nur, ein Prister, der mit mir geredet hat, konnte es nicht fassen, dass in Deutschland so viele Leute ungläubig sein sollen. Und das ich selbst, wahrlich, an nix glaube. Zumindest an keine Seele, nunja, wie erklär ich’s am besten? Also, ich hab mich gedrückt, hab nicht versucht den Priester von der Kraft des Individuums und vom Darwinismus zu überzeugen – sondern Rücksicht auf den Frieden im Zug genommen. Was weiss ich denn welche Strafe auf Ungläubigkeit heutzutage bei Christen steht, Verbrennung?

img jaceDa lob ich mir doch die interreligiöse Bewegung, über die wir zufällig in Delhi auf dem weg zur freed.in Konferenz gestolpert sind – und gleich vom Guru selbst willkommen geheissen wurden… aber wie gesagt, is ja alles gut gegangen. Und nun bin ich wieder in Trivandrum, zwei Tage, zwei Nächte, etwas Zugabe und dann endlich ne Dusche.

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