so hab ich mir das alles nicht vorgestellt. Aber was solls, erstmal die guten Neuigkeiten: Ich kann fliegen.

Genau. Ich hab nämlich endlich mal aufgehört, immer nur begeistert nach oben zu gucken, oder mit eingequetschten Beinen nach unten, das konnte so alles nicht weiter gehen. Drum hab ich mich bei ner Gleitschirmschule angemeldet, gleich nachdem ich gelernt hatte, das sowas auch im Flachland geht. Da wird man dann einfach mit ner Winde nach oben gezogen, also, wer braucht schon Berge? Jedenfalls hab ich ne Woche lang gelernt, versucht den Schirm wie nen Drachen aufsteigen zu lassen, hab mir Wolken angeguckt und drüber philosophiert, woher sie kommen, warum sie sind wie sie sind und was sie mit mir wachen wollen. Und bin natürlich auch geflogen, erst zaghaft in Bodennähe, dann immer höher, und irgenwann Montag wars dann endlich soweit.

Rene
Rene

Dann gabs die Müritz von oben zu sehen, zugegeben nur von weit von der Seite, aber mehr war nicht drin, wollte ja wieder aufm Platz landen. Als frischer Besitzer eines Höhenflugausweises – dem ersten Schritt zur Fluglizenz – durfte ich ja noch nicht einfach irgendwo anders hinfliegen. Also fleißig am letzten Montag bei idealen Bedingungen etwa 500 Meter hoch gewesen, rumgesegelt und alles beguckt was geht. Und Angst abgebaut, klar, is schon nicht ohne diese Höhe. Oder dieser Kopf, der die Realität nicht erkennen will, dass der Boden die Probleme macht, nicht die Höhe.

Die Konsequenz kam dann natürlich prompt, als ich wieder am Boden war. Kaum zu Hause angekommen, war da auch schon die email-Einladung für meinen nächsten Flug. 11km Höhe, 1000km/h Geschwindgkeit, Ziel: Kreuzfahrtschiff, Kroatien.

So bin ich also nochmal mit Fenster vorm Auge geflogen, und ich kann euch sagen, das is keine Alternative. Auch nich für die zwei Wochen Fusion-Aufbau, die ich nun mit dem Schiffsleben tauschen darf. Nun, hilft nix, zum Leben bleibt ja auch danach noch Zeit .)