Endlich mal wieder. Schon am Hafen weht einem die schwüle Hitze entgegen, im typisch unspektakulär betonierten Hafenbereich tanzt eine Folkloregruppe zur Begrüßung des Kreuzfahrtschiffes. Und die TukTuk-Fahrer tanzen auch schon vor Freude, müssen aber noch warten.

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Indien, das ist eben nicht nur Chaos drumherum, sondern auch Bürokratie durch und durch. Auch wenns wohl keinen Sinn macht, tausende Seiten Papier (wirklich, mehr als 5.000) müssen erst von Bord an Land gebracht werden bevor klar ist, dass wir hier bleiben dürfen. Dann kommt die Verwaltungsdelegation an Bord – Facecheck heißt das. Dabei wird jedem ins Gesicht geguckt, ein Stempel auf einen Zettel gedrückt und dann darf man auch an Land. Wenn man dazu kommt, und nur zwischen 8 Uhr Morgens und 8 Uhr Abends. Seefahrer dürfen hier nicht draußen übernachten, is eben so! Seefahrer sollen shoppen, und die Läden machen Abends zu. Und die Stadt verlassen dürfen wir auch nicht, gerade bei nem Vier-Tage Aufenthalt wäre das natürlich optimal gewesen, naja, incredible!

Trotzdem, einmal raus musste schon sein, schließlich musste ich doch gucken, ob alles noch wie vor 6einhalb Jahren ausssieht. Also ne alte Fähre genommen (3Rupie pro Überfahrt) und darauf vertraut, dass Rost schwimmt. Es ging direkt rüber nach Fort Cochi, da bin ich dann paar Stunden rumgelaufen und hab Indien geschnuppert. hab mich als chinesischer Fischer versucht (oder als typischer Touri?) und mit ner Gruppe junger Inder gelabert. Fast wie damals, natürlich sind die deutschen Fußballer immer noch das Thema Nummer eins. Werder Bremen und Podolski, von Hansas Weg in die Regionalliga war allerdings keine Rede.

Chinese Fishingnets
Riesenbaum

Irgendwann zufällig einen Biennale-Standort gefunden (aha, sowas gabs hier), und dann überraschend auch Protest-Plakate gegen die Steurverschwendung bei derselben. Danach noch eine Weile Indern beim Cricketspielen zugeschaut, ein herrliches Spiel, welches schon im geordneten Wettkampschema für unsere Augen recht chaotisch wirkt. Wenn dann aber mehrere Spiele auf einem Platz parallel laufen und Mannschaften nicht durch einheitliche T-Shirts erkennbar sind, ist das Chaos perfekt.

So entspannt vom äußeren Chaos gings dann auch schon wieder zurück an Bord, schliesslich war Ostersonntag und ich wollte doch mit meinen Kollegen noch mal aufm Achterdeck zusammensitzen – is ja nich jeden Tag Ostern.